HD-Technik

Schrauben und Muttern

Der amerikanische Maschinenbau hat mit den ganzen metrischen Sachen wenig zu tun. Hier geht es noch um Inch, wie der der Zoll auf amerikanisch heißt. Natürlich ist es interessant zu wissen, wie viel mm ein Inch hat (ungefähr so 25), aber wirklich bringen tut das nichts. Man muss sich einfach in diese Zoll-Welt hineindenken und hineinarbeiten und da ist es wie so oft im Leben, es fliegt einem nichts von alleine zu. Dass dabei dann noch zwischen Grob- und Feingewinde unterschieden wird, macht die ganze Sache nicht einfacher.

Die Größe einer Schraube definiert sich zum ersten durch den Durchmesser des Gewindeteils. Bei Schrauben, deren Durchmesser kleiner ist als ein Inch (1“) nimmt man den Bruchteil davon. Bei einer halb- oder viertelzölligen Schraube (1/2“ oder ¼“) ist das noch einfach, aber wie sieht das bei einer 5/16“ Schraube aus?

Den Zweiten Wert in der Bezeichnung, der nach einem Bindestrich steht, kann ich auch nicht erklären. Vielleicht ist das aber der Wert für die Steigung des Gewindes. Denn die Zoll-Schrauben gibt es bei gleichem Durchmesser mit zwei verschiedenen Gewindesteigungen (grob und fein). So passt eine Mutter vielleicht noch einen dreiviertel Gang auf die Schraube, aber dann wird der Widerstand plötzlich recht groß. Spätestens jetzt muss man schauen, ob man vielleicht gerade versucht eine Feingewindemutter auf eine Grobgewindeschraube zu drehen. Grobgewindemuttern haben zur Kennzeichnung oft einen eingeschlagenen Punkt auf der Flanke.

Der dritte Wert schließlich ist die Länge in Inch, wobei Schrauben die kürzer als ein Inch sind, mit dem schon oben beschrieben Bruchsystem beschrieben sind, interessanterweise aber für längere Schrauben das Dezimal-System genutzt wird. Einfaches Beispiel die Gewindelänge der ½“ – 16 x ½“ beträgt ein Drittel der ½“ – 16 x 1,5“, gell.

Bis jetzt haben wir aber nur den Gewindeteil der Schraube betrachtet, der aber auch durch den Hals definiert wird. Der Hals einer Schraube ist der Teil, in den kein Gewinde geschnitten wurde.

Jetzt hat jede Schraube noch einen Kopf. Kopflose Schrauben bezeichnet man als Stehbolzen. Bei den Köpfen gibt es noch einige Variationen. Sechskant, Innensechskant, Torx, Linsenkopf, Senkkopf usw.

Bei den Muttern (müsste das nicht „Müttern“ heissen?) ist die Vielfalt ähnlich groß. Neben der schon oben erwähnten Unterscheidung zwischen Fein- und Grobgewinde, gibt es neben den „normalen“ Muttern z.B. Bundmuttern, die unten ein Gebilde haben dass wie ein Rock aussieht. Bei diesen Muttern kann man sich U-Scheibe oder Sprengring sparen, weil der vergrösserte „Sitz“ einen besseren Halt verspricht. Weiter im Programm sind Kronenmuttern, die sich zur Sicherung mit einem Splint eignen (z.B. an der Hinterachse) und viele Variationen von Hutmuttern.

Ganz wichtig noch, das Schraubenmaterial gibt es in unterschiedlichen Festigkeitsstufen. Eine Schraube die passt, ist vielleicht trotzdem nicht ideal, weil sie zu weich ist. Auch Spezialschrauben, wie z.B. die Ölablassschraube kann man nicht einfach durch eine Normalschraube mit gleichen Massen ersetzen, weil erstere einen Spezialhals hat, der durch Wärme entstehende Spannungen ausgleichen kann.

Deshalb sollte man sich immer merken, wo man eine Schraube herausgedreht hat, und sie auch an der gleichen Stelle wieder reindrehen.

Ganz wichtig für Ästheten, denen das verzinkte Schraubenmaterial nicht gefällt und die mehr auf Edelmetall stehen: V-Material ist ein sehr zäher Werkstoff. Werden die normalen Schrauben und Muttern ausgetauscht, muss man sich schon sehr gut überlegen, wo das Sinn macht und wo Elastizität wichtiger ist als Optik. Als Kompromiss gibt es die Chromkäppchen aus Plastik, die - wenn's eine(r) braucht eine gute Optik machen.